MittendrIn Berlin! // Wettbewerb // Preisträger 2009

Schillermarkt – Markt der Vielfalt

Der runde Tisch – die Welt zu Gast am Herrfurthplatz

Am Ende hatte es die Initiative Pro Schillerkiez e.V. allen gezeigt: Zunächst war die vor allem mit Hauseigentümern und -eigentümerinnen besetzte Standortgemeinschaft wegen der Konkurrenz der großen Berliner Geschäftsstraßen mit ihrer Idee etwas zaghaft in den Wettbewerb von MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative gestartet, doch das Konzept „Schillermarkt – Markt der Vielfalt“ konnte die Jury in der zweiten Stufe des Wettbewerbs klar überzeugen. MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative sowie ein gutes Maß an Hartnäckigkeit führten am Schillerkiez beispielhaft zur erfolgreichen Umsetzung einer von der Initiative bereits lange gehegten Standortidee.

Dank der Unterstützung von MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative wurde der Wochenmarkt, der am kreisrunden Herrfurthplatz von 1910 bis 1990 regelmäßig stattfand, wiederbelebt und zu einem neuen Anlaufpunkt für die Menschen vor Ort. Dabei war es der Initiative Pro Schillerkiez e.V. sehr wichtig, auf ein hochwertiges Angebot zu setzen, um auch anspruchsvollere Bewohnerinnen und Bewohner an den Standort zu binden. Der besondere Charakter des Marktes wurde jeden ersten Samstag im Monat deutlich: Dann ergänzte der „Markt der Kulturen“ die Angebote des Wochenmarkts. Jeweils zwei Nationen bzw. Kulturen bildeten den Schwerpunkt des Rahmenprogramms. Auf diese Weise wurden die unterschiedlichen ethnischen Gruppen des Kiezes in die Veranstaltung des Marktes einbezogen. Zudem erhielten Künstlerinnen und Künstler aus der Nachbarschaft die Möglichkeit, sich hier dem Publikum zu präsentieren. Die Initiative Pro Schillerkiez e.V. hatte es im Rahmen des Wettbewerbs in herausragender Weise geschafft, ein Netzwerk zu aktivieren, das gemeinsam für den Standort arbeitete. Hierbei kam dem Verein zugute, dass bereits lange Jahre wichtige Kontakte in Quartier und Bezirk gepflegt wurden, auf die nun zurückgegriffen werden konnte. Sehr fruchtbar erwies sich die Zusammenarbeit mit dem engagierten Marktbetreiber des Bezirks, der von der Idee der Initiative überzeugt werden konnte.

Unter diesem Motto präsentierte der Kiez am Eröffnungstag, dem 16. Mai 2009, welches Potenzial in ihm steckt. Das bunte Zusammenspiel aus Markthändlern und -händlerinnen, privaten und künstlerischen Initiativen, dem Rahmenprogramm auf der Bühne, vielen Plätzen zum Verweilen, zum Reden oder auch zum Tanzen, erzeugte eine entspannte und freundliche Atmosphäre. Die Besucherinnen und Besucher hatten Lust auf Entdeckungen und waren positiv überrascht von der Qualität und der Produktvielfalt auf dem Schillermarkt. Groß war auch das Interesse an den vielen internationalen Ständen, die bei manch einem Urlaubsgefühle weckten. Der neue Markt wurde von den Besucherinnen und Besuchern sehr begrüßt. Ihrer Ansicht nach wird er dazu beitragen, das Image des Kiezes, aber auch des gesamten Bezirks Neukölln zu verbessern. Die schwierige soziale und wirtschaftliche Situation vieler Händlerinnen und Händler, Gewerbetreibender sowie Bewohnerinnen und Bewohner erfordert engagierte und kreative Konzepte, die positive Perspektiven für ihr Leben und Arbeiten im Kiez aufzeigen. Der Schillermarkt ist ein solches Modell. Er macht deutlich, dass neue Wege eingeschlagen und Menschen motiviert werden können, gemeinsam für einen Standort zu arbeiten, an dessen Zukunft sie glauben.

Ein wesentliches Ziel der Initiative ist durch das gelungene Zusammenwirken öffentlicher und privater Akteure erreicht worden: Der Wochenmarkt wird aller Voraussicht nach auch über den Veranstaltungszeitraum von MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative hinaus am Herrfurthplatz im Neuköllner Schillerkiez bestehen bleiben.

Aktionstag
16. Mai 2009, 10 bis 20 Uhr
Großes Eröffnungsfest mit Kunst,
Kultur und vielfältigem Marktangebot

Bühnenprogramm & Gratis-Tombola
Markt der Kulturen
kunterbuntes Angebot für Kinder

jeden Samstag Wochenmarkt von 10 bis 16 Uhr
und jeweils am 1. Samstag des Monats
ein großer Markt der Kulturen

Initiative
Initiative Pro Schillerkiez e.V.

Ansprechpartner
Beate Hauke
Telefon: 431 60 70
b-hauke@web.de

 

Mobiles Kinderparadies Wilmersdorfer Straße

Eröffnung mit einem großen Kinderfest

Wann ist eine Geschäftsstraße familienfreundlich? Diese Frage stellte sich die AG Wilmersdorfer Straße und entwickelte für den Wettbewerb den Beitrag „Mobiles Kinderparadies Wilmersdorfer Straße“. Die Einzelhändlerinnen und -händler in der ältesten Berliner Fußgängerzone taten sich zusammen und schufen mit dem Mobilen Kinderparadies ein betreutes Spiel- und Freizeitangebot. Während die Eltern in der traditionsreichen Einkaufsstraße shoppen gingen, wurden ihre Kinder im Mobilen Kinderparadies kompetent betreut. Kerngedanke der Bewerbung bei MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative war: Das Mobile Kinderparadies zieht in leer stehende Ladenlokale in der Wilmersdorfer Straße und den anliegenden Straßen ein. Ein umfunktionierter Bauwagen wird zum Symbol der flexiblen Kindereinrichtung und markiert ihren jeweiligen Standort. Die Betreuung für Kinder von zwei bis 12 Jahren wird donnerstags, freitags und samstags kostenlos angeboten und mit einem professionellen pädagogischen Konzept unterlegt. Die Kinder werden dazu angeregt, sich spielerisch und künstlerisch mit ihrer Umgebung, ihrem Kiez und der Wilmersdorfer Straße auseinanderzusetzen. Mit dem Verein Lillabo Mobil wurde für das Vorhaben ein erfahrener Träger für die pädagogische Arbeit gewonnen.

Am 6. Juni 2009 war Eröffnungstag in der Wilmersdorfer Straße. Die erste Station des Kinderparadieses lag in einem Ladengeschäft in den Wilmersdorfer Arcaden. Anlaufpunkt für alle Gäste der Aktion war zunächst der Bauwagen, den die Kinder unter Anleitung einer Künstlerin gestalteten – eine neue Farbe in der Straße und ein schönes Bild für die Kundinnen und Kunden in ihrer gewohnten Einkaufsumgebung. Nach den Begrüßungsreden des Schirmherrn, Bezirksstadtrat Schulte, sowie der Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der IHK Berlin übernahmen es die Kinder, symbolisch die letzten Spielgeräte in einem kunterbunten Menschenzug in das Kinderparadies zu tragen und es damit zu eröffnen. Das Kinderparadies ist ein Laden nur für Kinder: Zum Spielen, Basteln und Entdecken – eine Spielhöhle zum Wohlfühlen. Diese besondere Atmosphäre weckte Vertrauen bei den Eltern, hier ihre Kinder einige Zeit in der Obhut der Erzieherinnen und Erzieher zu lassen.

Im Bereich der Fußgängerzone wurde die Eröffnung des Kinderparadieses das gesamte Wochenende mit einem großen Kinderfest gefeiert. Das Fest machte mit seinen Attraktionen viele Passanten neugierig und animierte insbesondere Familien mit Kindern zum Verweilen. Auch die großen MittendrIn Berlin!-Luftballons zeigten an diesem Tag den großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern, dass es in der Wilmersdorfer Straße etwas Neues zu entdecken gab. Der Einzelhandel unterstützte die Aktion und öffnete auch am Sonntag die Geschäfte.

Seit der Eröffnung des Kinderparadieses übertrafen die Besucherzahlen die Erwartungen der Standortinitiative. Weitere Erzieherinnen wurden eingestellt, um das wachsende Interesse zu decken. Sonderaktionen fanden am Bauwagen statt. Er war Infozentrale und Ausgangspunkt vielfältiger Aktionen, die in der Wilmersdorfer Straße veranstaltet wurden. Neben Bastelaktionen gab es diverse Kinder-Kunstprojekte, einen Spielparcours, T-Shirt-Malevents oder einen gemeinsamen Besuch im benachbarten Kino.

Stress und Zeitdruck, die das Einkaufserlebnis für Eltern im Beisein ihrer Kinder oftmals prägen, lösten sich dank des Mobilen Kinderparadieses in Wohlgefallen auf. Das Betreuungsangebot mit den zahlreichen phantasievollen Aktionen für die Kinder verschaffte den Eltern die Entspannung, die sie zu einem ausgiebigen und wohlgelaunten Einkaufsbummel benötigten. Hiervon profitierten nicht nur die Familien, sondern auch die Geschäftsleute und damit die gesamte Wilmersdorfer Straße.

Aktionstag
6. Juni 2009, ab 12 Uhr
Großes Eröffnungsfest mit kreativen Spiel-
und Freizeitangeboten für alle Besucher

Initiative
AG Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße e.V.

Ansprechpartner
urbanizers_büro für städtische Konzepte
Dr. Gregor Langenbrinck
Telefon: 31 01 66 21
langenbrinck@urbanizers.de

 

Fashiontour 2009 – Friedrichshain macht schön

Der Modestandort Friedrichshain bewegt sich

Jung und kreativ – wie wird der Standort erfolgreich? Der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein war bei MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative angetreten, den Blick auf die vielfältige und vitale Mode- und Designerszene des Stadtteils zu lenken und seine Wirtschaftskraft zu stärken. Die tandortgemeinschaft verband ihre Idee zugleich hervorragend mit dem diesjährigen Wettbewerbsmotto „Orte, die bewegen“.

Die zahlreichen Modegeschäfte zwischen Revaler Straße und Frankfurter Allee gehören für die friedrichshainer Bevölkerung inzwischen selbstverständlich zum Straßenbild, doch dem Modestandort fehlt bisher eine berlinweite Ausstrahlung. Zahlreiche Kreative arbeiten hier oft am Rande ihrer geschäftlichen Existenz. Auch die Berliner Reiseführer beschreiben Friedrichshain den Touristen eher als einen Kiez, in dem vor allem Gastronomie und Jugendkultur zu entdecken ist.

Unter dem Motto „Friedrichshain macht schön“ tourte ein eigens gestalteter Streetcar an vier Wochenenden durch ausgewählte Berliner Innenstadtbezirke und warb offensiv für den Modestandort Friedrichshain. Diese plakative Idee fiel deutlich und positiv aus dem Rahmen. Alle Projekte im Wettbewerb MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative der letzten Jahre hatten ihren Standort vor Ort in Szene gesetzt. Die „Fashiontour 2009“ bewegte sich hingegen heraus aus dem eigenen Quartier, um die Berlinerinnen und Berliner sowie Touristen aus den etablierten Zentren in Mitte und der City West zum Einkaufen selbstbewusst nach Friedrichshain zu locken.

Vor Beginn der Fahrt durch die Berliner Bezirke stand die Trucktaufe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft sowie der Initiatoren von MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative. Anschließend wurde der Streetcar, begleitet von Inlineskatern, auf den Weg geschickt. Zentrales Gestaltungsmotiv des auffälligen Fahrzeugs war das Titelbild des Einkaufsführers „Fashionguide 2009“. Der Fashionguide ist auf den Charakter des Kiezes rund im den Boxhagener Platz zugeschnitten und soll dazu beitragen, die Kreativ-Szene einem immer größeren Kreis bekannt zu machen. Dank des Erfolgs bei MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative wurde der Fashionguide mit deutlich mehr Einträgen und einer verfünffachten Auflage produziert und anschließend berlinweit verteilt.

Die Inlineskater hatten die Aufgabe bekommen, den Fashionguide an die Passanten zu verteilen. Gerade die für die Fußgänger ungewohnte Bewegung der Skater machte aufmerksam; die Informationen auf dem Truck vermittelten schnell die Intention der gesamten Aktion. Auch die im Rahmen der gesamtstädtischen Öffentlichkeitsarbeit gestalteten Gummibärchentütchen kamen auf der „Fashiontour 2009“ effektvoll zum Einsatz.

Am Aktionstag zum Abschluss der „Fashiontour 2009“, konnten die Besucherinnen und Besucher in den Modestandort Friedrichshain eintauchen. Zahlreiche Geschäfte präsentierten an diesem Tage vielfältige Ideen und Aktionen. Dazu gehörten u.a. Fotowettbewerbe, offene Ateliers, Kreativwerkstätten, Sektbars, Musik sowie viele Angebote an Kleidung, Schuhen, Schmuck und Accessoires. Geführte Touren machten auf die Besonderheiten des Modestandorts aufmerksam. Eine Jury besuchte alle beteiligten Läden und kürte die originellste Ladenpräsentation. Um 20 Uhr fiel der Startschuss zur „Fashionhain Shopping & Events Einkaufsnacht“ bis 24 Uhr.

Für die Umsetzung der „Fashiontour 2009“ konnte der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein erfolgreich auf sein bereits etabliertes Netzwerk zurückgreifen. Der Bezirk war von der Aktion überzeugt und trat als Mitveranstalter auf. Wirtschaftsstadtrat Dr. Beckers hatte die Schirmherrschaft übernommen. Die „Fashiontour 2009“ repräsentierte einen gelungenen Schulterschluss zwischen den öffentlichen und privaten Akteuren zugunsten des aufstrebenden Modestandorts Friedrichshain. Auch die anderen Innenstadtbezirke hatten – weil sie die Tour in ihrem Straßenraum ermöglichten – daran ihren Anteil.

Ansprechpartnerin:
Carola Schneider
Telefon: 42 01 07 05
schneider@fk-unternehmerverein.de